Es tut sich etwas auf dem Anger an der Ennigerloherer Windmühle: Westlich des Denkmals haben die Mühlenfreunde begonnen, mit einer Remise in historischer Bauweise ein weiteres Gebäude zu errichten. Damit wird das Ensemble der Mühle nach dem Backhaus erneut ergänzt.
Das 2023 nach historischem Vorbild mit alten Materialen in Fachwerkbauweise errichtete Backhaus ist ein wahres Schmuckstück geworden. Da liegt es nahe, dass nun auch die Remise entsprechend errichtet wird: Mit Sockeln aus heimischen Kalksteinen, eine Holzständerwerk, gewonnen aus verschiedenen Abbruchobjekten, alten Ziegeln im Reichsformat, mit Kalk vermörtelt, aufgearbeiteten Gusseisen-Stallfenstern, gut erhaltenen Eichenbohlen und -brettern, Ton-Hohlpfannen mit Docken gesetzt, Deelensteinen am Boden etc. Es werden aber nicht nur alte Materialen wiederverwendet, sondern diese auch in traditioneller Handwerkskunst verbaut. Wer Interesse an dieser Technik hat, ist gerne eingeladen, mitzuarbeiten. Denn die Mühlenfreunde wollen einen erheblichen Anteil der Arbeiten in Eigenleistung erbringen.
Aktuell sind vor Ort sehr schön die Fundamentstreifen der Remise zu erkennen, die mit ca. 8 x 5 Metern ein kleiner, aber feiner Ausstellungsort von mühlenaffinen Geräten etc. werden soll. Darauf werden nun die Sockelfundamente errichtet. Im Juni übernehmen dann die Zimmerer das Geschehen: Sie stellen vor Ort aus aufgearbeitetem Eichenholz die 3 Gefache der Remise samt Dachkonstruktion auf. Anschließend sind die Maurer gefördert, die das Holzständerwerk in Ziegelbauweise mit Kalkspeis vermörteln. Von außen steinsichtig, von innen wird das Mauerwerk durch einen traditionellen Flachs-Lehm-Putz verkleidet.
Die Remise erhält zudem einen entsprechenden Strom- und Wasseranschlüsse, die auch bei Veranstaltungen auf dem Mühlenanger genutzt werden können. Das Niederschlagswasser soll wie vor 200 Jahren üblich vor Ort verrieselt werden. Für Starkregenereignisse ist ein Notüberlauf vorgesehen, von dem aus das Wasser per Druckleitung zum Entwässerungsschacht nördlich der Mühle gepumpt wird. Insgesamt stellt die Remise ein zweites komplexes Bauvorhaben rund um die Ennigerloher Windmühle dar, mit dem die Attraktivität des Standortes weiter gesteigert werden kann. Das dieses Projekt Unterstützung verdient, hat nicht zuletzt die NRW-Stiftung mit einer Förderzusage von 50.000 € unterstrichen. Die gleiche Summe müssen auch die Mühlenfreunde selbst aufbringen, dazu wurde eine entsprechende Rücklage gebildet.
Das Baufeld mit den Maßen der geplanten Remise wurde ausgekoffert und abgesteckt.
Die Fundamente im Schatten der historischen Ennigerloher Windmühle weisen bereits auf das künftige Gebäude der Remise hin.
